Nachtrag: Nordsee Roadtrip mit Freunden

„Nach der Reise ist vor der Reise“

Ja, das sagt man normalerweise so dahin, aber wir haben uns dieses Motto nach unserer großen Borneo Reise „wirklich“ zu Herzen genommen… Ganze 3 Tage waren wir in Freiburg wieder in unserer Wohnung angekommen, als wir uns in den Bus gesetzt haben, um die nächste Reise zu starten! Wir nutzen eben unsere letzten großen Semesterferien in unserer Studentenzeit bis ins Letzte aus. Bereits vor der Borneo Reise haben wir uns einen Plan geschmiedet, wohin es diesmal mit unserem treuen Ford Transit Camper gehen soll. Doch egal wohin, die Reise sollte so oder so eine Premiere für uns sein. Denn wir fahren zum ersten Mal nicht alleine durch die Gegend, sondern werden von 2 Mädels, Ströhmi und Carla in einem Mercedes MB-100 aus Freiburg begleitet. In Brüssel wird noch Carlas Schwester abgeholt, sodass wir dann sogar zu fünft unterwegs sind.

Unser zweiwöchiger Roadtrip war als eine Nordseetour geplant. Die grobe Runde sollte in Hamburg starten, dann an der Nordseeküste entlang nach Holland und Belgien führen und schließlich über Luxemburg, an der französischen Grenze wieder zurück nach Deutschland. Da sich die Strecke nach Hamburg zieht, haben wir beschlossen den Weg in zwei Etappen zu fahren, um einen kleinen Umweg über Köln zu fahren und dort Johannas Tante Angelika und Achim zu besuchen. Gesagt getan, saßen wir schon am Abend in Köln und haben ein Deluxe Homemade 5 Gänge Menü serviert bekommen. Am nächsten Vormittag sind wir dann gleich aufgebrochen, um nach Hamburg zu fahren und Patrick, meinen Bruder, zu besuchen. Mit ihm machten wir uns einen gemütlichen Nachmittag, und wir haben zum ersten Mal Hamburg „so richtig“ kennengelernt, da wir bisher immer nur durchgefahren sind. Am nächsten Vormittag trafen wir uns mit unseren zwei Reisebegleiterinnen zum frühstücken, die auch eine Freundin in Hamburg besucht haben. Sie entschieden sich noch einen Tag länger in Hamburg zu bleiben, aber wir wollten dann doch lieber wieder raus aus der Großstadt, da wir auch hier gemerkt haben, dass wir überhaupt keine „Stadtmenschen“ sind. Also fuhren wir nach einer Nacht schon wieder raus aus der Stadt Richtung Nordsee. Unsere sonst so zuverlässige iOverlander App, die uns immer gut mit Stellplätzen versorgt, ist in Deutschland und allgemein in Mitteleuropa nicht sehr gut bestückt. So müssen wir auf die „Park 4 Night“ App ausweichen, die allerdings auch echt coole Plätze gespeichert hat. So haben wir einen in Wilhelmshaven direkt auf dem Deich gefunden und schlafen unsere erste Nacht endlich wieder in unserem Fahrzeug.

Für was ist die Nordsee bekannt? Ja klar, das Wattenmeer. Am nächsten Morgen waren um unseren Stellplatz herum einige Gassigänger unterwegs, aber die waren keineswegs blöd drauf, weil wir da geschlafen haben, sondern tatsächlich richtig interessiert und super freundlich. Ein Mann erzählte uns von den ostfriesischen Inseln und Wattwanderungen, bei denen man zu Fuß zu den Inseln wandern kann. Schnell war uns klar, das wollen wir auch machen! So packten wir unsere Sachen zusammen und fanden uns schon wenige Minuten in dem kleinen Örtchen Harlesiel wieder. Bei der Touristeninfo mussten wir uns leider damit abfinden, dass die Wattwanderung dieses Wochenende gestrichen wurde, aber das Watt zu erkunden, konnte uns niemand nehmen. Direkt bei Harlesiel ist ein schöner Strand und wir waren genau bei Ebbe da!

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Bei schönstem Wetter erkunden wir das Wattenmeer. Ganz am Horizont kann man die flache Insel Spiekeroog erkennen.

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Da vorne fährt plötzlich die Brücke hoch … ein Segelschiff will hier durch!

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Nachdem wir bei schönstem Wetter das Wattenmeer erkundet konnten, sind wir zu unserem nächsten Stellplatz für die Nacht gefahren. Etwas westlich von Emden haben wir einen schönen Platz für die Nacht gefunden, den wir uns zwar mit einigen anderen Campern teilen mussten, dafür mit Wasserblick und Strand besticht.

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Während wir die Tage in Ostfriesland verbracht haben, sind Ströhmi und Carla an uns direkt nach Amsterdam „vorbeigefahren“. Nun wurde es wieder Zeit uns zu treffen, also mussten wir Strecke gut machen und ebenfalls nach Amsterdam südlich fahren.

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Auf halber Strecke machen wir direkt am Damm Mittagspause und ich hole unseren Lenkdrachen raus. Der Wind weht hier super!!

Wir haben lange darüber diskutiert, wie wir die Stadt Amsterdam am besten erkunden. Lieber außerhalb parken und mit ÖPNV in die Stadt fahren, oder doch lieber direkt in der Stadt auf einen Campingplatz stellen, damit wir in nur wenigen Minuten die Innenstadt erreichen können. Am Ende entschieden wir uns dafür, direkt in die Stadt zu fahren und auf einem Campingplatz zu übernachten, da wir so mehr Zeit in der Stadt verbringen konnten. Auf diesem Campingplatz trafen wir dann auch wieder unsere zwei Freunde, die bereits Amsterdam erkundet hatten. Wir machten uns einen tollen Abend und genossen ein echtes Festmahl! Ströhmi und Carlas Plan war nur eine Nacht auf dem Campingplatz zu bleiben, um am nächsten Tag weiterzufahren. Wir blieben zwei Nächte, um einen kompletten Tag Amsterdam erkunden zu können. Im Nachhinein war es eine super Entscheidung, da wir einen wirklich tollen Tag in Amsterdam hatten!

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Mit zwei geliehenen roten Fahrrädern sind wir quer durch die Stadt gefahren…
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…und haben Märkte erkundet…
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…und Blumen entdeckt…
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…und die Grachten genossen.

Wie gerade schon erwähnt sind wir gar nicht so die Stadttypen, aber Amsterdam hat es uns echt angetan. Nein, wir halten nichts von den Joints, sondern die Grachten, Märkte und Häuschen geben der Stadt eine einzigartige ja fast dörfliche Atmosphäre, die wir sehr genossen haben.

Nach der zweiten Nacht auf dem Campingplatz sind wir wieder aufgebrochen, um uns mit den Zweien zu treffen. Bei leider sehr regnerischem Wetter trafen wir uns im Nationalpark „De Biesbosch“ um eine kleine Wanderung zu unternehmen. Die ist ziemlich klein ausgefallen und außer einen vom Biber angeknabberten Baum haben wir nicht wirklich viel entdecken können. Am nächsten Tag haben wir uns dazu entschlossen, gemeinsam die in der Nähe vom Nationalpark liegende und wohl älteste Stadt Hollands „Dordrecht“ zu besuchen. Die größte Sehenswürdigkeit der Stadt ist der schiefe Kirchturm, der sogar noch schräger ist als der schiefe Turm von Pisa.

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Unser gemeinsamer Schlafplatz in der Nähe von Dordrecht
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Riesige Kochaction…
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…und ein Festmahl als Belohnung!
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Auf dem schiefen Turm ein schiefes Bild!

Ströhmi und Carla mussten nun weiter Richtung Brüssel, um Carlas Schwester rechtzeitig vom Bahnhof abholen zu können. Wir haben uns ein bisschen Zeit gelassen und fuhren rüber nach Rotterdam, da ich auf iOverlander einen echt coolen Stellplatz direkt im Hafen gefunden habe. Auf dem Weg nach Rotterdam lag das UNESCO Weltkulturerbe Kinderdijk, DAS Postkartenmotiv aus Holland. Wir sind zwar erst Nachmittags vor Ort, hatten jedoch trotzdem genügend Zeit, um mit einem Smartphone Audioguide gemütlich über die Anlage zu laufen.

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Suchbild: Finde das Lieblingstier von Johanna 😉

Der so voller Vorfreude gepackte Stellplatz in Rotterdam war schon cool, aber das Wetter hat der Freude einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es hat die komplette Zeit über geschüttet, die wir dort verbracht haben. Aus dem so tollen Platz wurde somit eine reine „im Bus chillen Zeit“ und am nächsten Tag ging es gleich weiter…

Von dort aus fuhren wir direkt nach Brüssel und haben uns das Atomium angeschaut. Das Gebäude ist so natürlich einzigartig, aber die Ausstellungen im Inneren haben uns doch ein wenig enttäuscht.

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Im inneren Fährt man mit Rolltreppen von Kugel zu Kugel.

Nach unserem Brüsselbesuch sind wir wieder Richtung Küste gefahren, zur bekannten Stadt „Brügge“. Die Stadt wird in vielen Blogs und Artikeln als besonders schön beschrieben und auch uns faszinieren die vielen uralten Gebäude. Allerdings ist der Ort schon lange kein Geheimtipp mehr … die Stadt wimmelt nur so von Touris.

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„Touris“??? Das kann ich auch!!!
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Da wir in Amsterdam kein Boot gefahren sind, fahren wir hier mit einer kleinen Nussschale durch die Kanäle…

Außerhalb der Stadt treffen wir auf einen wilden Campspot wieder unsere Freunde, die nun zu dritt unterwegs sind!! Die beiden haben Carlas Schwester, auch Johanna, erfolgreich in Brüssel eingesammelt!

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Zum Sonnenuntergang hole ich noch einmal den Drachen raus, das macht einfach Spaß!!!

Von hier aus ging es nun für uns auf geradem Weg zurück nach Deutschland. Dazu sind wir an die französisch/belgische Grenze gefahren, um diese immer weiter zu folgen. Genau an der Grenze auf der französischen Seite liegen einige Naturreservate, zu denen wir auch noch einen Abstecher gemacht haben. Allerdings müssen wir sagen, gab es nicht viel zu sehen. Außer einen Fasan bei unserem Schlafplatz auf einer Wiese haben wir nichts besonderes spotten können.

Den Tag darauf haben wir uns auf den Weg nach Dinant gemacht, wo wir uns erneut mit den Mädels treffen wollten. Wir entschieden uns überland zu fahren, da wir keinen Zeitdruck hatten. Irgendwo im nirgendwo standen wir schließlich vor einer Absperrung „Hier geht es nicht weiter“ und überall parkten Autos. Natürlich wollten wir wissen was hier denn los ist und haben ein paar Locals angesprochen. Anscheinend soll hier eine Napoleon-Feier sein, ein Marsch, an dem alle rumlaufen wie vor hunderten von Jahren. Wie gesagt, wir hatten keinen Zeitdruck, also haben wir den Bus am Straßenrand abgestellt und sind ins Dorf zum Fest gelaufen.

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Auf einer Wiese dürfen die „Soldaten“ ihre uralten Waffen abfeuern.
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Es macht einen lauten Knall und viel Rauch und alle sind happy!!

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Sowas finden wir wirklich toll. Ganz spontan sind wir auf dieses Fest gestoßen und haben mal gesehen, was hier in Belgien so gefeiert wird…

Bei Dinant, auf einem Burgparkplatz, wartete bereits der treue Mercedes MB-100 auf uns. Wir müssen den Mädels nun leider erzählen, dass dieser Abend der letzte gemeinsame sein wird, da wir am kommenden Tag wieder zurück nach Karlsruhe fahren wollen. Florian und Babsi haben ihren zweiten Knirps bekommen und wir wollen die „Großfamilie“ natürlich besuchen, um zu gratulieren…

Desto mehr haben wir den Abend genossen, kalten (süßen) Sekt getrunken und sogar eine Fackel-Nachtwanderung zur Burg unternommen. Es hat wirklich Spaß gemacht, danke Mädels!!!

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Wie angekündigt sind wir gleich am nächsten Vormittag nach Hause aufgebrochen. Aber keine fünf Minuten nach Fahrtbeginn mussten wir dann doch nochmal anhalten. Wir sind nämlich durch die Stadt Dinant gefahren und haben uns wirklich gewundert, warum hier überall Saxophone rumstehen und fanden die Stadt ans ich auch wirklich schön. Beim Spaziergang durch die Stadt haben wir uns die Schilder durchgelesen und tatsächlich, das Saxophon wurde hier in dieser Stadt erfunden!!

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Karte
Das war am Ende unsere Nordseerunde. Wirklich zu empfehlen, es gibt viele schöne (wilde) Campingspots!

 

Trotz dem wirklich zum Ende hin schlechtem Regen und Dauerregen haben wir uns in den 10 Tagen, in denen wir unterwegs waren eine tolle Zeit gemacht. Wir haben nun wirklich jeden Tag der Semesterferien bis ins letzte ausgenutzt, um Erinnerungen zu sammeln und Dinge zu entdecken.

Unser Studium hat nun diese Woche wieder begonnen und wir kommen so langsam wieder im „Alltag“ an. Noch ein Jahr Studium haben wir beide vor uns, aber freuen uns schon wieder auf die nächste „freie“ Zeit, die wir zum Reisen und Entdecken verwenden können.

Danke liebe Ströhmi, Carla und Johanna, dass ihr mit uns gemeinsam unterwegs wart, es war wirklich schön mal nicht „alleine“ zu fahren.

Wir werden uns hier auf dem Reiseblog wahrscheinlich eine Weile nicht mehr melden, da wir die nächsten 10 Monate mit dem Studium gut was zu tun haben werden. Aber keine Sorge, wir planen schon wieder kräftig an den nächsten Reisen und FAHRZEUGEN…. seid gespannt, wir sind es auch 🙂 😉

Alle liebste Grüße,

Johanna und Lukas

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