Anderes Straßenbild in Albanien

In der Bucht von Kotor stehen wir auf einem eigentlich schon geschlossenen Autocamp, aber der Besitzer ist sehr freundlich und heißt und willkommen. Er schließt sogar eine Dusche und Toilette für uns auf und WLAN gibt es auch. Da es heute den ganzen Tag regnet, haben wir einen ganz speziellen Plan: Regenkino. Durch das WLAN haben wir Zugriff auf Amazon Prime und laden uns ein paar Filme runter. 🙂

Doch am nächsten Tag wollen wir bereits weiterfahren. Wir entfernen und noch weiter von der Küste uns steuern Richtung Landesinnere. Montenegro ist zwar klein, hat aber dennoch ganz schön was zu bieten. Der erste Stopp ist das Kloster Ostrog, das „malerisch“ in einem Felsen erbaut wurde und noch heute von ortodoxen Mönchen bewohnt wird.

Die Mosaike wurden direkt auf den nackten Felsen aufgebraucht und sind sehr beeindruckend.

Wir befinden uns nun ungefähr im Zentrum des Landes, wollen aber noch weiter in den Norden. Die nördliche Hälfte des Landes ist volle tiefer Schluchten durchzogen und im Durmitor Nationalpark sind die höchsten Gipfel zu finden.

Noch am selben Tag fahren wir bis zum Pivastausee, der idyllisch in einer Schlucht liegt. Auf einer Anhöhe finden wir einen klasse Stellplatz mit Aussicht.

Hier stehen wir auf knapp 700 Meter, doch am nächsten Tag soll es über einen Pass (der P14-Road) quer durch den Nationalpark bis auf 1900 Meter gehen. Den „Tipp“ für die Straße haben wir von den Holländern in der Kotorbucht erhalten. Und sie sollten Recht behalten. Dir Landschaft ändert sich schlagartig und wir fühlen uns wie in einem „Herr der Ringe“ Film.

Ab 1800 ist es so kalt, dass der Boden vereist ist!!

Auch diese „Probe“ hat unser Bus tapfer überstanden! Wir fahren etwas weiter in den Norden direkt zur Tara-Schlucht, einer der mit 1500 Metern tiefsten Schluchten Europas. Mitten in der Pampa erreichen wir einen Parkplatz, an dem tatsächlich ein einsamer Nationalpark Ranger sitzt und die 3€ Eintritt für den Park abkassiert. Von hier aus wandern wir zu einem Aussichtspunkt mit einem Blick quer über die Schlucht.

Nachdem wir ein paar Kilometer weiter gefahren sind, erreichen wir die Đurđevića-Tara-Brücke, das Wahrzeichen der Schlucht. Die Drohne gewährt uns einen tollen Blick auf die Brücke.

Von hier aus können wir direkt in der Schlucht auf einer kleinen Straße in den Osten fahren. Plötzlich fällt uns ein Schild auf, nach dem man hier Wasser auffüllen kann. Und tatsächlich: Es gibt einen „natürlichen Wasserhahn“ mit eiskaltem aber reinem Bergwasser.

Wir schlafen eine Nacht in der Schlucht. Hier ist noch immer Nationalpark und da wir ziemlich in der Pampa stehen, beschließen ich unsere Wildkamera für die Nacht aufzustellen. Am nächsten Morgen die Überraschung: Es hat tatsächlich was gefilmt!! Aber was, könnt ihr uns vielleicht erraten? Balkanluchs oder nur ein Streuner?

Am nächsten Tag verlassen wir den Norden und erreichen über die Hauptstadt Podgorica den großen Skutarisee. Er ist vorallem unter Birdwatchern bekannt, da es hier unglaublich viele Vögel gibt. Direkt am Ufer finden wir einen tollen Stellplatz und sichten sogar von hier aus einen Balkanpelikan.

Der Abend sollte allerdings sehr aufregend werden. Kurz nachdem die Sonne untergegangen ist, legt ein Boot direkt neben unserem Bus an. Aus der Scheibe heraus erkennen wir, dass es sich um ein Polizeiboot handelt. Na toll, heißt das wir müssen den Platz verlassen? Es regnet und es ist schon dunkel, eine blöde Situation um eine Dirt-Road bergauf zurück zur Hauptstraße zu fahren. Wir denken uns egal, erstmal abwarten. Die Polizisten haben bisher noch nicht ihr Boot verlassen… Wir vermuten, dass sie auf einen Streifenwagen warten, der uns aufklären soll. Einige Minuten später kommt tatsächlich ein Streifenwagen und wir ziehen uns vorsorglich schonmal die Regenjacken an, bleiben aber noch „versteckt“ im dunklen Bus. Die Polizisten steigen aus, begrüßen die Polizisten vom Boot, laufen vom Boot hin und her…aber ignorieren uns. Kurz später fährt das Auto wieder weg und das Boot legt ab… Das war nur ein Schichtwechsel!! Glück gehabt…:)

Am nächsten Vormittag überfahren wir die Grenze nach Albanien. (wieder kein Problem) Wir steuern direkt Shkodra an, die erste große Stadt Albaniens, wo wir die Festung über der Stadt besichtigen wollen. Wir werden überrascht: Albanien unterscheidet sich sehr von der bisher restlichen Ländern des Balkans. Das Straßenbild ändert sich, es ist viel mehr Leben auf und neben der Straße. Überall werden Früchte verkauft, und uns wird häufig von Leuten zugewunken. Shkodra erinnert uns direkt an Kampala in Uganda, kaum in der Stadt angekommen ist das Verkehrsquaos perfekt! Wir genießen jedoch das Gewusel und das strömende Leben.

Übernachten wollen wir auf einer Landzunge an der Küste: Endlich wieder am Meer. Doch der Weg dorthin erweist sich als gar nicht so einfach. Kaum von der Hauptstraße abgebogen spielen wir Schlaglochbingo und müssen schließlich vor einer Brücke halt machen:

Nach genauer Betrachtung ist uns das „Risiko“ dann doch zu groß. Die Brücke ist offiziell für 2Tonnen, da sind wir deutlich drüber. Auch der augenscheinliche Zustand weckt bei uns kein großes Vertrauen. Also versuchen wir zur Brücke weiter nördlich zu gelangen, doch auch hier gelangen wir an eine Barriere:

Knietiefes Wasser…. Vielleicht hätte der Bus beide Barrieren überwinden können, aber das Risiko ist uns dann doch etwas zu hoch, die ganze Reise für ein bisschen Adrenalin aufs Spiel zu setzen. Also fahren wir die 15 Kilometer Umweg auf „normalen“ Straßen…

Pünktlich zum Sonnenuntergang angekommen.

Hier bleiben wir zwei Nächte, um die Seele baumeln zu lassen und etwas runter zu kommen. Wir sind die letzten Tage viel gefahren und haben einiges erlebt.

Unser nächstes Ziel ist die Stadt Berat, die nach unserem Reiseführer die schönste Stadt Albaniens sein soll. Sie wird auch die Stadt der tausend Fenster genannt. Wieso, wird gleich erkennbar, wenn man sich die Altstadt betrachtet:

Alle alten Häuser der osmanischen Architektur haben große und viele Fenster und wurden direkt übereinander gebaut. Über der Altstadt befindet sich eine große Festung, in der auch bewohnte Häuser stehen. Wir erkunden die Museumsstadt zu Fuß und schländern durch die Gassen.

Eigentlich wollten wir etwas außerhalb der Stadt schlafen, doch es ist schon spät geworden und wir beide haben keine Lust mehr auf eine Fahrt ins Dunkle. Zufällig entdecken wir ein kleines Campingschild direkt vor dem Tor der Festung und beschießen spontan, es dort zu versuchen. Tatsächlich freut sich der Besitzer der Taverna Lazaro sehr und zeigt uns, wo wir uns hinstellen können. Vielleicht sollte es so kommen, wir freuen uns total über den tollen Platz! Wir stehen quasi direkt im Kräutergarten der Taverne auf Pfefferminze und Rosmarin. Es riecht köstlich! Wir beschließen, in der Taverne Abend zu essen. Die Taverneentpuppt sich als kleiner Geheimtipp, mit dem wohl besten Raki Albaniens und wunderbaren traditionellem Essen.

Doch uns zieht es wieder vor ans Meer, nicht zuletzt da die nächsten Tage wolkenfrei werden sollen. In weniger als 2 Stunden erreichen wir dieses auch. Wir fahren direkt ans Wasser, sogar auf den Strand. Hier in der Gegend von Vlora gibt es einen tollen großen befahrbaren Strand, an dem man sich einfach irgendwo hinstellen kann. Es ist wirklich klasse!!

Nun stehe wir hier auf dem Sand und genießen die ruhige Brandung und die wärmende Sonne. In den kommenden Tagen möchten wir den Süden Albaniens erkunden, bevor wir schließlich (über Umwege) unser Zielland Griechenland erreichen werden.

Hier seht ihr wieder unsere aktualisierte Route mit unseren Stellplätzen.

Wir senden wieder herzliche Grüße nach Deutschland,

Johanna & Lukas

4 Kommentare

  1. Sehr schöner Bericht! Danke, für die Mühe!…..der Lohn wird auch für euch das „selbstlesen“ nach ein paar Jährchen sein !
    Wir konnten „geistig“ gut mitfahren….
    Und: …was sind schon 15km Umweg für einem trockenen Businhalt….
    Beste Grüsse,

    ….und ja, grade seit ihr die „world-explorer“ !!!!

    Vadder Thum

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  2. Hallo Ihr Beiden, wir grüssen euch aus dem vervirten Holland, die Zahlen steigen, aber wenn wir keinen sehen wollen, sehen wir keinen…. auch hier gibt es schon einen tollen Regenbogen, oder wunderbare Parasol-Pilze, die leider Achim alleine verträgt, mich quälen sie immer, so schade….. Leider haben wir nicht so viel Kontakt zu den Pelztieren hier. Auch die Katzen scheinen hier lieber in Quarantäne zu bleiben. Ich durfte noch keine anfassen….. das fehlt mir sehr….. nun ich hab mich dann heute mit einer geräucherten Markrele beschäftigt…. ist auch lecker… bleibt weiter gesund, ich freu mich über euere tollen Beobachtungen….. herzlich Angelika und der Män

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  3. Holla
    Montenegro habt Ihr ja gut ausgefahren!
    Dann viel Spaß noch in Albanien. Von einem Freund, der dort letztes Jahr wandern war, habe ich auch nur Gutes über das Land gehört. Das scheint ein „Geheimtipp“ zu sein.
    Hier herbstelt es jetzt stark, der Wald wird bunt.
    Liebe Grüße aus Walde‘

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