Der lange Weg in den Norden

Wir haben uns entschlossen: Wir fahren in den äußersten Norden, zum Kidepo National Park. Der Park gilt als der am wenigsten touristischste und am schwersten zu erreichenden Nationalpark überhaupt in Afrika. Der Park liegt in einem wunderschönen Tal im Norden von Uganda am Dreiländereck Uganda/Kenia/Süd-Sudan. Dort oben im Norden ist es äußerst trocken und extrem warm, die Bilder die wir gesehen haben, erinnern an das „klassische“ Afrika das man sich vorstellt: Savanne, Giraffen, Löwen und Elefanten… Hoffentlich lohnt sich der lange Weg…

Damit es klar wird, wo wir genau entlanggefahren sind und wo welche Orte sind, habe ich mal eben die wichtigsten Orte auf der Karte markiert. Wir fahren vom Mabira Forest östlich nach Jinja, der zweitgrößten Stadt Ugandas zu (einer) Quelle vom Nil, danach weiter nord-östlich zum Mount Elgon, ein 4000 Meter hoher Vulkan und besuchen die Sipi-Falls. Ab dann geht es nur noch Richtung Norden, an einem Tag müssen wir es bis nach Kotido schaffen, da es zwischendrin keine Campspots gibt. Von dort geht es schließlich auf direktem Wege zum Kidepo Nationalpark… knapp  600 Kilometer liegen vor uns!

Karte

 

„The source of the Nil“

Unsere erste Etappe geht erstmal in den Osten Richtung Jinja. Die Straße ist hier noch sehr gut, alles asphaltiert und sehr viel Verkehr. Wir fahren an vielen kleinen Dörfern vorbei, in denen die „besten Hähnchenspieße“ Ugandas verkauft werden. Da diese sogar in unserem Reiseführer erwähnt werden, wagen wir eine Kostprobe vom ugandischen Straßenfleisch!

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Die Spieße sind tatsächlich sehr lecker!

In Jinja liegt die sogenannte „source of the Nil“, also die Nilquelle. Vom Viktoriasee aus beginnt hier der (weiße) Nil bis nach Ägypten ins Mittelmeer zu fließen. Die Quelle ist nicht gerade spektakulär, aber da es direkt auf unserer Route liegt nehme wir sie gerne mit. Ich war ja schon immer ein Fan von Rekorden, da kann man sich schon mal den Ursprung des längsten Flusses der Welt anschauen. 😉

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Etwas flussabwärts übernachten wir in einer, als die schönste Lodge Ostafrikas beschriebene Lodge und Campside. Hier erleben wir zum ersten mal das „Ich habe viel Geld und mache Luxus-Safari-Afrika-Urlaub“ Afrika. Wir gönnen uns ein Abendessen, 18 USD, drei Gänge. Die Suppe war genial aber der Rest… naja der Chinese um die Ecke macht besseren Reis… Wir merken, dass wir den europäischen Standard nicht brauchen und wollen und freuen uns auf die Weiterreise in die Pampa…

 

Sipi-Falls

Weiter im Osten schlagen wir unser Zelt am Hang des knapp über 4000 Meter hohen Mount Elgon auf. Hier auf knapp 1800 Metern fällt ein Bach über drei Klippen (80, 60 und 100 Meter) den Hang hinunter, die Wasserfälle  sind wirklich schön anzusehen… Wir beschließen einen Guide zu buchen um etwas zu laufen und die Fälle von Nahen zu sehen. Die Wasserfälle waren wirklich cool, aber vor allem war es toll durch den kleinen Ort (Sipi) zu laufen und die Einheimischen im Alltag zu beobachten.

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Der 3. und größte Wasserfall.
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Eine kostenlose Dusche? Das nehmen wir gerne mit…
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Ein bisschen „Kilimanjaro-Feeling“
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Sipi…
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Wasser holen…

 

In den Norden nach Kotido

Jetzt sind wir im Osten angelangt. Hier sind wir wirklich so ziemlich die einzigsten Weißen weit und breit, denn hier gibt es keinen Tourismus. Im Osten leben noch viele indigene Völker, die Zeit scheint an manchen Orten hier wie still zu stehen… In einem Ruck können wir es nicht bis in den Norden zum Kidepo schaffen und der einzige Campingplatz ist in Kotido…also müssen wir es irgendwie bis dort hin schaffen. Die Straßen sind ab Sipi Dirt-Roads, wir fragen uns öfter „ist das noch Waschbrett oder doch schon Schlagloch an Schlagloch“, machbar aber zeitintensiv. 130-150 km sind das Maximum am Tag bei solchen Straßen.

Der Grund warum es hier keinen Tourismus gibt, ist weil es bis vor Kurzem (~8-10 Jahren) nicht sicher war hier rumzufahren. Die Hirten waren alle mit Sturmgewehren AK-47 bewaffnet, um ihre Herden vor was auch immer zu schützen. Jedoch wurden alle Waffen von der Regierung (2008) eingezogen, um die Situation zu entspannen und Frieden zu stiften. Die Bewaffnung der Bevölkerung ist übrigens auch der Grund, warum es hier im Osten so gut wie keine Games mehr gibt, da es keine wilden Tiere mehr gibt…. Jetzt ist es aber wieder sehr sicher und wir freuen uns, ein bisschen was vom „alten“ Uganda zu sehen.

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Kühe haben Vorfahrt!

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Es hat zwar ca. 50°C, trotzdem lebt es überall…
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Die Frauen (mit hübschen Röcken) tragen alles auf ihren Köpfen.

Kotido und die letzte Etappe in den Norden

In Kotido finden wir unseren Campingspot auf dem Gelände der Grundschule. Wir werden herzlich empfangen und bekommen sogar ein richtig leckeres Dinner zubereitet. Avokadosalat und Kartoffelecken mit leckerem Erdnussdip. Abends beim Kartenspielen (Ich, Lukas führe in der Romé-Gesamtwertung von der Reise mit gewaltigem Vorsprung) besuchen uns die zwei Töchter der Besitzerin und wir haben eine Menge Spaß… Johannas Haarklammer ist sooo spannend und wird begeistert behalten und stolz getragen! Am nächsten morgen um 8 Uhr geht die Schule los, für uns als „Sozis“ natürlich ein Highlight!!

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Die Kleine hat den Schuleingang nicht gefunden 😀

 

Selbst weit nach 8 Uhr kommen noch Kinder angelaufen, wir wollen nicht wissen, wie lange der Schulweg war…

Wir packen wieder das Zelt zusammen, und freuen uns auf die letzte Etappe zum Nationalpark! Die Straße ist nicht besonders gut, aber die letzten 130 Kilometer schaffen wir nun auch noch.

…bis Johanna plötzlich eine Vollbremsung hinlegt und fast anfängt zu heulen: „ICH HABE IHN ÜBERFAAHREN!!!!!!“ Was ist denn jetzt los??? Ich steige aus, laufe paar Meter zurück und finde, was Johanna meint… und es ist Gott sei Dank noch lebendig!

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Leider ein bisschen unscharf, trotzdem: Ein Chamäleon!!

 

Das Chamäleon sicher auf die andere Straßenseite gebracht, können wir die restlichen Kilometer guten Gewissens zum Nationalpark fahren.

…und wir schaffen es tatsächlich, wir sind im Kidepo Nationalpark!!!!

Beste Grüße aus den Tropen,

Johanna und Lukas

 

2 Kommentare

  1. Habt Ihr eigentlich die African Queen gesehen? Das muss ja recht heiß sein, so bei 50 grad, kommt Ihr damit klar. Dafür ist es hier A…kalt, bei minus 10° heute morgen. Tolles Bild vom Chamäleon!!

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