Kroatien=Schwarzwald?

Wir sind noch immer an unserem einsamen „Karibikstrand“, den wir eigentlich nur sehr ungern wieder verlassen wollen. Doch wir wissen, dass wir einen weiten Weg bis nach Hause haben. Der Stand ist mit knapp 1.200 km der am weitesten entfernte Punkte, den wir auf dieser Reise erreichen. Deshalb planen wir schon ein bisschen den Rückweg und entscheiden uns, schon etwas in den Norden von Kroatien zu fahren, damit wir nicht den gesamten Weg an einem Tag bewältigen müssen.

Wir fahren nicht ein zweites Mal durch Zadar, sondern eine etwas andere Route, um noch mehr von Kroatien zu Gesicht zu bekommen. Nach einigen Kilometern bekommen wir die Bergkette zu sehen, die das Innere vom Festland von der Adriaküste abschneidet. Wir wollen die Bergkette überwinden, um ins Landesinnere zu kommen, das wir bis jetzt noch gar nicht kennengelernt haben. So schieben wir mühselig unseren Bus die Serpentinen fast 1000 Höhenmeter hoch. Desto höher wir kommen, umso schöner wird das Panorama das sich vor uns erstreckt.

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Man kann die langgezogenen Inseln (3 Stück hintereinander) erkennen, die die Küste Kroatiens ausmachen.
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Danke liebe „Transe“ für die gute Arbeit!!

Über den Grad rüber können wir unseren Augen kaum glauben. Bisher war Kroatien relativ simple zu beschreiben: felsig, trocken, Weinreben, Olivenbaumplantagen… aber jetzt? Wir bekommen ein ganz neues Bild von Kroatien, es sieht auf einmal irgendwie ganz ähnlich aus wie das was wir kennen, es sieht plötzlich aus wie im Schwarzwald!

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Üppiges Grün und endlose Mischwälder…Kroatien oder doch der Schwarzwald?

Unser Ziel ist der Nationalpark Plitvicer Seen, der größte seiner Art in Kroatien, geprägt von vielen Seen und dem höchsten Wasserfall Kroatiens. Noch am selben Tag fahren wir zum Nationalpark, da uns Reisekollegen den Tipp gegeben haben, dass man ab 16 Uhr nicht den gesamten Eintrittspreis zahlen muss (und der Park bis 20 Uhr offen hat). An die neue Landschaft müssen wir uns erst gewöhnen, da wir nicht wirklich mit so viel Grün gerechnet haben. Vom Nationalpark allerdings haben wir nur Gutes gehört, also sind wir gespannt was uns erwartet.

Kaum im Park angekommen treffen wir schon auf den ersten See. Und dieser versetzt uns wieder in den Schwarzwald, da wir einen großen Unterschied zum Schluchsee nicht erkennen können 😀 Aber was soll’s, wir laufen einfach mal weiter. Wir laufen auf einer Art Holzsteg am Flussufer entlang und werden auf ein Schild aufmerksam. Das Schild beschreibt die Besonderheit des Ortes, an dem wir uns gerade befinden:

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Die Seen liegen nicht einfach nur „nebeneinander“, sondern „untereinander“. Es haben sich mit der Zeit natürliche Staudämme (sogenannte Travertinbarrieren) gebildet, die die Seen auf verschiedene Ebenen stauen. Diese sind nur durch Wasserfälle miteinander verbunden.

Unsere kleine Wanderung hat beim obersten See begonnen, das war der See, der so aussieht wie der Schluchsee im Schwarzwald und nun laufen wir Stück für Stück nach unten an den vielen Wasserfällen und Seen entlang.

Nicht nur die verschiedenen Ebenen machen die Seen so besonders, sie sind auch noch kristallklar. Wir finden langsam gefallen am Nationalpark und würden am liebsten in einen der Seen springen – baden ist aber verboten. Ist auch gut so, denn wir können uns anhand der riesigen Parkplätze nur vorstellen, was um die Mittagszeit im Park los sein muss.

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Man kann es auf der Fotographie nur ahnen…das Wasser ist Kristall klar!
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Eine von den natürlichen Barrieren und jede wird mit einem eigenen Wasserfall geschmückt.

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Ganz unten angekommen: Der höchste Wasserfall Kroatiens der „Veliki slap“.

Erschöpft vom langen Tag setzen wir uns in unseren Bus, fahren ein paar Kilometer aus dem Nationalpark raus und finden ein Plätzchen im Wald für die Nacht. Am nächsten Morgen fahren wir direkt weiter, jedoch wieder „vor“ an die Küste, da wir die letzten verbliebenen Tage lieber im warmen Klima an der Küste verbringen wollen.

An der Küste angekommen, auf der Höhe der Insel Krk, auf der wir ganz am Anfang der Reise waren, finden wir einen kleinen Campingplatz in einer kleinen Bucht gelegen. Bucht-mäßig haben wir ja schließlich schon gute Erfahrungen gemacht, sodass wir nicht lange nachdenken und einfach einen weiteren Tag am Meer genießen.

Nun, ein Badetag später ist leider schon der letzter Tag unserer Reise angebrochen. Wir fahren noch ein Stück in den Norden bis in die Stadt Rijeka, in der wir unsere letzte Nacht in Kroatien verbringen wollen. Am letzten Abend entscheiden wir uns dafür nicht selbst zu kochen, sonder noch einmal das kulinarische Kroatien zu erleben. In dem kleinen Fischerort „Volosko“ ganz in der Nähe von Rijeka finden wir direkt am Hafen eine leckere Pizzaria und lassen es uns gut gehen. Die letzte Sonne ist untergegangen und jetzt liegt „nur noch“ die lange Rückweg nach Hause vor uns. Ein bisschen freuen wir uns auch wieder auf Freiburg. 🙂


 

Nun sind wir also wieder zuhause angekommen. Doch ein langes Warten auf ein Wiedersehen mit dem Salzwasser des Meeres gibt es diesmal nicht. Im August, direkt nach einem ganz besonderen Tag für uns, geht es in unsere Abenteuer-Honeymoon auf Borneo 🙂

Bis dahin, ganz liebe Grüße,

Johanna und Lukas

 

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