Start auf Borneo

Nach unserer Reise in den Norden nach Norwegen, den Westen nach Mexiko und in den Süden nach Uganda, bereisen wir nun auch die letzte, uns noch fehlende  Himmelsrichtung. Wir reisen in den fernen Osten – nach Asien!!

Die Wahl fiel relativ schnell auf Borneo, die drittgrößte Insel der Welt. Da in Indien und Himalaja momentan Monsunzeit ist, mussten wir uns ein wenig umschauen, wenn wir keine dauernassen Füße haben wollten. Nach kurzer Recherche war schnell klar, in Südostasien ist gerade Reisehochsaison. Allerdings haben wir nach wie vor nicht sonderlich Lust, in die großen Touri-Ströme zu geraten, daher suchten wir einen Geheimtipp (ähnlich wie Uganda für Afrika) und fanden die wunderschöne Insel Borneo! Die Insel ist bekannt für ihr großes Regenwaldgebiet, das ebenfalls drittgrößte nach dem Amazonas und dem Kongobecken, den dort lebenden Orang-Utans und der großen Biodiversität zu Wasser und Land. Uns als (informierte) Nutella-Esser ist die Gegend außerdem durch die vielen Palmölplantagen, die die Regenwälder immer weiter dezimieren, bekannt. Es gibt also eine Menge zu entdecken!

Der Flug in den Osten ist ein Flug gegen die Sonne. Wie steigen am Mittag in den Flieger, fliegen dem Sonnenuntergang entgegen durch die komplette Nacht durch bis zum Sonnenaufgang und kommen nach 12 Stunden plus 6 Stunden Zeitverschiebung am nächsten Vormittag in Kuala Lumpur an. Von dort aus geht es direkt weiter östlich auf die Insel Borneo, nach Kota Kinabalu. (Kota= malaysisch für „Stadt“; Kinabalu= ein sehr hoher Berg in der Region). Wir werden am Flughafen freundlich empfangen und fahren direkt 90 Minuten nördlich in die Nähe der Stadt Kota Belud an die Küste. Dort erwartet uns bereits ein kleines Motorboot, das uns zu unserer ersten Location bringt, die mit den Auto nicht erreichbar ist. Der Plan: 3 Nächte in dem Tauchresort entspannen und ankommen. Wir freuen uns auf türkisblaues Wasser, einer atemberaubenden Unterwasserwelt und Palmen über weißen Stränden… Doch leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Es stürmt ungemein, die Palmen biegen sich im Wind und das eigentlich ruhige Wasser tobt gewaltig. Aus unseren Schnorcheltauchgängen wird wohl nichts, dafür entspannen wir in den Hängematten und lesen eBook… Wenn man gezwungen ist, auf dem Gelände zu bleiben, findet man dafür Dinge, die man sonst vielleicht übersehen hätte…

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Auf dem Gelände finden wir eine Ameisenstraße und verfolgen diese bis zum Nest, das wir in einem kleinen Baum finden. Die Ameisen haben sich einfach ein Blatt zurecht gebogen.

Am letzten Abend dann, öffnet sich die Wolkendecke und direkt vor uns erscheint der Berg, nach dem sogar unser Ankunftsflughafen benannt wurde, der Mount Kinabalu (4095 Meter), den wir nächste Woche besteigen wollen. Der Berg glüht in dem Rot der untergehenden Sonne.

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Nach 4 Tagen Entspannung wollen wir ins Landesinnere fahren, um den Regenwald auf Borneo zu erkunden. Knapp zwei Stunden dauert die Fahrt ins Landesinnere, am großen Berg Kinabalu vorbei zu den Poring Hot Springs. Dort werden wir an einem Restaurant abgesetzt, an dem uns schon drei junge Männer erwarten, um mit uns etwa eine Dreiviertelstunde in den Wald zu laufen. Unser gemeinsames Ziel ist das Lupa Masa Rainforest Camp mitten im Regenwald.

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Das Camp besteht nur aus ein paar Bänken und Tischen, mit Seilen gespannte Planen als Dach und ein paar auf Stelzen stehende, offene Hütten mit jeweils einem oder zwei Zelten. Ganz nach dem Motto „back to the roots“ gibt es hier kein fließend Wasser, Strom oder gar Internet. Wir freuen uns total wieder tief im Regenwald zu sein, nachdem uns das Erlebnis in Uganda mit am Besten gefallen hat. Unsere Hütte war übrigens passend die „Honeymoon Suite“, mit Betonung auf „Suite“!! Uns steht nicht nur ein Zelt zur Verfügung, sondern gleich….2!! Eins für’s Gepäck und eins zum Schlafen. Eine echte „Suite“ eben… 😉 Unsere Suite steht ein bisschen Abseits vom Hauptcamp wirklich mitten im Jungle, abenteuerlich aber total schön.

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Der Blick aus unserem Schlafzelt am frühen Morgen.

Die drei jungen Männer, wohl die Inhaber und Betreiber des Camps, sind mit uns beiden und einer 4-köpfigen holländischen Familie alleine im Camp. Sie bieten am Tag und in der Nacht verschiedene Aktivitäten an. Gleich am ersten Abend nimmt uns einer der Männer mit auf einen „Night-Walk“, einem 90-minütigen Spaziergang durch den Wald, um alle möglichen Waldbewohner zu entdecken. Wir laufen extrem langsam mit unseren Stirnlampen den Pfad entlang, denn umso langsamer man läuft, desto mehr Tiere entdeckt man. Und wir entdecken so einiges… Hier nur ein kleiner Ausschnitt der Tiere, die wir finden konnten:

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Es sind unzählige Spinnen unterwegs, das hier ist die größte, die wir gefunden haben. Tellergroß!!

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Am nächsten Tag, direkt nach einem „Jungle-Survival-Training“, in dem wir erfahren haben wo und wie wir uns Trinkwasser besorgen können, wie wir Fische jagen und Fallen bauen können, erkunden wir den Wald um das Camp herum auf eigene Faust. Stets von einer einzigartigen Geräuschkulisse begleit laufen wir zu einem Fluss hinab, beobachten Schmetterlinge und was sich sonst noch so im Wald bewegt. Die Bäume hier im Regenwald auf Borneo sind zum Teil riesig. Hier ein kleiner Größenvergleich. Der Baum hinter Johanna erstreckt sich über dem Blätterdach noch einmal um etwa die gleiche Länge in die Höhe, ein wahrer Gigant.

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Nach zwei Nächten verlassen wir das Camp, da wir uns aufmachen müssen, um uns auf die Bergbesteigung vorzubereiten. Ja, wir wollen den 4095 Meter hohen Mount Kinabalu besteigen! Wieder zurück in Poring Hot Springs haben wir noch ein bisschen Zeit und erkunden das kleine Dorf, das nach den dort liegenden heißen Quellen benannt ist. Um die Quellen herum hat sich eine Parkanlage gebildet, die einen Wipfelpfad beinhaltet. Den wollen wir uns nicht entgehen lassen, wenn wir nun schonmal in der Gegend sind. Der Pfad geht in etwa 50 Meter Höhe entlang der Baumkronen und dem Blätterdach des Regenwaldes. Hier hat man noch mal eine ganz andere Perspektive.

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Nun haben wir noch eine Nacht, bevor unsere zweitägige Wanderung auf den Gipfel des Mount Kinabalu startet. Die wollen wir in einem Hotel ganz in der Nähe des Eingangs zum Nationalpark des Berges verbringen, sodass wir am  nächsten Tag gleich loslaufen können, ohne eine große Distanz zum Parkeingang überwinden zu müssen. Das „einfache“ Überbrückungshotel zeichnet sich in Wahrheit als echter Geheimtipp aus. Wir bekommen für verhältnismäßig wenig Geld ein super tolles Zimmer mit einem HAMMER Ausblick auf den Berg, der uns am nächsten Morgen bereits erwartet…

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Nun ruhen wir uns aus, legen noch einmal die Beine ein wenig hoch und freuen uns auf das kommende Abenteuer.

Bis dahin viele liebe Grüße aus Borneo, vom Fuße des Mount Kinabalu.

Johanna und Lukas

4 Kommentare

  1. Hallo Jo&Luk,
    schön, dass Ihr gut gelandet seid und alle kribbelnde Gefahren überstanden habt. Viel Spass auf Eurem Berg, schön wie er in der Abendsonne leuchtet. Wir hatten noch eine schöne Nachzeit in Freiburg und nun im Schwarzwald.
    Herzliche Grüße Elke und Siegfried

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  2. hallo Ihr Zwei, wenn ich mir das kleine arn anschaue, das ich heute aus dem Glasbecken im Badezimmer ausgebudelt habe, ( ca. 3 cm) und das Bild der Giganten, dann denke ich wieder, was sind wir doch kleine Bewohner, wir Menschlein. Habt viel Spass und grüßt alle Lebewesen, die ihr treffen werdet. Kommt heile voran, herzliche Grüsse us Kölle, Angelika & der Män der Fussball schaut

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