Mount Kinabalu Besteigung

Der Ausblick von unserem Hotel aus, auf den Mount Kinabalu ist wirklich klasse. Wir haben uns das Hotel „B-Inspire Adobe“ für eine Nacht gebucht, da es sehr nah am Eingang des Nationalparks liegt und wir schon früh am Morgen dort sein müssen. Die Hotelwahl war wirklich ein Glücksgriff, nicht nur wegen der tollen Aussicht, sondern auch wegen den freundlichen Menschen dort. Es gibt dort kein Restaurant, auch nicht in direkter Umgebung, aber wir werden freundlicherweise vom Hotelbesitzer zu einem Dinner mit seiner Familie eingeladen. So sitzen wir um halb 7 am Tisch mit dem Hotelbesitzer, seiner Frau, Tochter und Enkelkinder. Der Tisch ist reich gedeckt mit Gemüse aus dem eigenen Garten und weiteren lokalen Spezialitäten. Es ist eine tolle Erfahrungen, mit so offenem Herzen als „Fremde“ empfangen zu werden. Wir schätzen die Gastfreundschaft der Familie und genießen das Abendessen.

Am nächsten Morgen um 7:30 Uhr soll unser Pick-Up zum Nationalpark Mt. Kinabalu stattfinden. Allerdings klopft es schon um kurz vor 7 Uhr an der Tür, der Hotelbesitzer hat einen Anruf bekommen, dass wir schon um 7 abgeholt werden. Also geht es noch ganz schnell unter die Dusche, wir packen alles zusammen und bereits um kurz nach 7 Uhr sitzen wir im Auto Richtung Nationalpark.

Mit dem Wetter haben wir verdammt Glück! An den meisten Tagen versteckt sich der Berg, oder zumindest seine Spitze, in den Wolken, doch heute sehen wir ihn in seiner kompletten Größe und Höhe unter wolkenlosem, blauem Himmel. Am Eingang ist ganz schön was los. Am Tag wandern um die 100 Touristen den Berg hoch, begleitet von ca. 40 Mountain-Guides. Auch wir bekommen einen eigenen Guide, der uns die nächsten zwei Tage begleiten wird. Am Eingangstor des Wanderweges erhalten wir ein kurzes Briefing über die nächsten 48 Stunden.

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Alle Wandertouristen sammeln sich morgens am Fuße des Berges.
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Unsere Wanderroute! Der Start vom Timpohon Gate auf ca. 1800 Höhenmeter, das Laban Rata Guesthouse auf 3273 Metern, in dem wir übernachten werden und schließlich die Bergspitze „Low’s Peak“ in 4095 Metern Höhe.

Heute liegen ca. 1400 Höhenmeter bis zu einem Guesthouse vor uns, von dem wir uns dann mitten in der Nacht um ca. 2:30 Uhr auf den Weg zum Gipfel machen werden. Aber dafür müssen wir erst dort oben ankommen. Die ersten Meter nach dem Start geht es erst einmal bergab. Das fühlt sich natürlich total blöd an, da wir beide genau wissen, dass wir jeden Meter wieder hochlaufen müssen. Aber dann beginnt der Anstieg! …und es wird steiler … und steiler …

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Der Weg geht steil bergauf und die Stufen sind hoch! Zum Teil fast kniehoch, wie hier zu sehen… So machen wir in wenigen Metern fast genauso viele Höhenmeter!
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Locals schleppen Waren zum Restaurant bis über 3000 Meter Höhe! (in Schläppchen) 

 

Der Wandertrail ist nicht nur durch seine Höhe in Malaysia und international bekannt, sondern stellt auch eine Besonderheit in Punkto Vegetation da. Wir beginnen die Wanderung im tropischen Regenwald und durchlaufen verschiedenste Vegetationszonen, bis hin zur alpinen Vegetation ganz oben über der Baumgrenze. Aber zwischen dem „normalen“ Regenwald und der Baumgrenze liegt noch der Berg-Regenwald. Auf über 2500 Höhenmetern sehen wir nicht nur zum ersten Mal unser Etappenziel, sondern treffen auch auf ganz besondere, riesige Kannenpflanzen.

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Der Low’s Peak hält sich noch versteckt, aber die anderen Spitzen zeigen uns, wie viel wir noch vor uns haben.

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Der Blick nach unten lohnt sich bei diesem grandiosen Wetter. Wir sehen weit in die Insel hinein.

 

Trotz des anstrengenden Aufstiegs sind wir schnell unterwegs, unser Guide meint, dass wir wahrscheinlich bereits um 14 Uhr oben, auf 3200 Metern, ankommen könnten. Dennoch fangen unsere Beine an zu meckern. Die ewig vielen hohen Stufen machen sich in unseren Oberschenkeln bemerkbar. Aber der Blick nach vorne zeigt uns, wir kommen unserem Ziel immer näher. Auch die Wanderer, die bereits auf dem Rückweg nach unten sind versichern uns: „It’s worth it!“

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3001 Höhenmeter! Heißt nur noch 200 Höhenmeter vor uns.
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Wir haben Glück mit unserem Mountain Guide! Er ist super freundlich und beantwortet fleißig unsere vielen Fragen über den Berg, Borneo und sonstiges. Er ist außerdem ein begnadeter Hobbyfotograf!

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Die letzten Meter sind bekanntlich die anstrengendsten. Wir zählen schon die Schritte und die Oberschenkel sind heiß. Doch getreu dem Motto „Ein Schritt nach dem anderen“ kommen wir schließlich bei unserem Etappenziel vor den meisten der anderen Wanderer an. Unser Guide zeigt uns unsere Betten in einem Schlafsaal und wir sind positiv überrascht. In dem Schlafsaal stehen richtige Luxusbetten mit dicken Matratzen und Bettdecken. Glücklich aber kaputt legen wir unsere Sachen ab, halten den Kopf ganz kurz unter die eiskalte Dusche und setzen uns auf die Terrasse in die Sonne. Am Nachmittag dürfen wir uns am Buffet im Restaurant bedienen, schlagen uns die Bäuche voll und legen uns zwischen 17 und 18 Uhr ins Bett schlafen.

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Geschafft!
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Der Sonnenuntergang über den Wolken auf 3200 Metern.

Wir legen uns zwar ins Bett, aber den Schlaf können wir leider irgendwie nicht finden. In unserem Schlafsaal ist außer einem weiteren europäischen Backpacker eine große Gruppe Chinesen, die wohl ein eher geringes Empathievermögen besitzen. Jedenfalls verhalten sie sich dermaßen laut, was einen ruhigen Schlaf fast unmöglich macht. Als dann schließlich doch Ruhe einkehrt, fängt irgendeiner an zu Schnarchen… Dazu kommt, dass die gesamte chinesische Gruppe wohl vergessen hat, vor dem Schlafen zur Toilette zu gehen, oder die gesamte Gruppe leider unter akuter Blasenentzündung, jedenfalls war die gesamte Nacht Hochbetrieb im Bad.

Um 2 Uhr morgens in der Nacht ist dann ein kurzes Frühstück angesagt. Verschlafen ziehen wir uns warm an, es hat unter 10°C und bereiten uns auf die Gipfelwanderung vor. Unser Guide holt uns beim kurzen „Nachtsnack“ ab und beginnt mit uns die Wanderung. Nun liegen ca. 800 Höhenmeter vor uns und wir haben ca. 3 1/2 Stunden bis zum Sonnenaufgang. Unter 4 Schichten eingepackt, Handschuhen, Wintermütze und Stirnlampe, wandern wir in absoluter Dunkelheit los. In tiefer Entfernung sehen wir die Lichter der Dörfer und hinter uns am Berghang eine lange Schlange aus Lichtern der anderen Wanderer. Da wir uns nicht lange beim kurzen Frühstück aufgehalten haben und mal wieder einigermaßen flott unterwegs sind, bilden wir den Kopf der Lichterschlange und haben den Weg ganz für uns. Der Weg ist nicht leicht, sondern steil und zum Teil rutschig. Wir halten uns an das Motto „Ein Schritt nach dem anderen“ und kommen unter klarem, dunklen Sternenhimmel um 5:05 Uhr morgens auf dem Gipfel des Mount Kinabalu in 4.095 Metern an.

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5:05 Uhr, 4095,2 Meter … erschöpft aber glücklich!
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Nach einer vollen Stunde ausharren, Sterne schauen und Sternschnuppen bewundern, wird es hell und die Sonne geht auf.

Nur eine einzige Person, der europäische Backpacker aus unserem Schlafsaal mit seinem Guide war vor uns auf dem Gipfel. So sind wir doch überrascht und glücklich über unser schnelles Tempo. Auch unser Guide freut sich mit uns, obwohl er drei Mal in einer Woche dieses Erlebnis mit Touristen teilt! Direkt nach dem Sonnenaufgang machen wir uns auf den Rückweg, da wir nach einer Stunde ausharren auf dem Gipfel ziemlich durchgefroren sind. Es liegt ein langer Weg vor uns, der gesamte Weg bergab bis zum Startpunkt. Von hier aus geht es aber deutlich schneller. Glücklich über unseren Erfolg schlendern wir zügig bergab und unterhalten uns dabei mit unserem Guide. Er nimmt uns die Kamera ab und ist jetzt voll im Paparazzi-Modus.

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(Das hinter uns ist nicht der Gipfel, sondern einfach eine weitere Spitze am Berg.)
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Die „Danger-Zone“. Super steil und nicht ungefährlich. Es hat bereits einige Unfälle gegeben, so passen wir hier besonders auf. Diese Stelle sind wir vor wenigen Stunden in Dunkelheit bergauf gelaufen.

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Geschafft! Wir sind gesund und munter, und mit schmerzenden Knien untern angekommen. 

Geschafft!!! 🙂

Auch bergab waren wir schnell unterwegs, so sind wir bereits um die frühe Mittagszeit wieder unten angekommen. Nach einem Mittagessen werden wir per Transfer nach Kota Kinabalu gefahren, die Stadt, in der wir vor ca. einer Woche mit dem Flugzeug angekommen sind. Dort haben wir vor, die nächsten Tage zu entspannen und die Weiterreise zu planen.


 

In der Stadt haben wir ein schönes, zentrales Hotel gefunden. Von hier aus unternehmen wir Spaziergänge in die Innenstadt, um verschiedene Märkte und Viertel zu besuchen. Die Märkte erinnern uns an unsere Ugandareise. In solchen Märkten ist immer was los und es gibt viel zu entdecken. Wir probieren uns durch alle möglichen Gerichte und Früchte durch und finden leckere, und richtig eklige Geschmäcker. Die folgenden Handybilder sind qualitativ nicht so gut, aber wir haben auf dem Markt immer unsere Kamera vergessen. 😀

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Ein Kebab-Stand, der erste und bisher einzige den wir finden konnten. Ein Kebab für 5 MR (ca. 1€) Ganz anders als wir ihn kennen, aber super lecker!!
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Die „Durian“ Frucht. Wer den Namen nicht kennt, kennt die Frucht wahrscheinlich eher unter den Namen „Stinkfrucht“ oder „Kotzfrucht“. Beide Namen passen zu 100%, sie ist widerlich.
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Hühnchenspiese, die denen in Uganda ernsthafte Konkurrenz machen könnten!
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Hier sind die leckeren Früchte! „Rambutan“ ist der Name der roten Frucht. Sie sieht äußerlich echt außerirdisch aus, innen gleicht sie einer Litschi und ist super lecker.

Was uns an der Stadt ein bisschen stört, ist ein unangenehmer, ekliger Geruch, der sich gerade im Hafenviertel festgesetzt hat. Das Wasser stinkt unheimlich und ist ziemlich dreckig und natürlich hier in den Tropen brühend warm. Deshalb entscheiden wir uns mit einem kleinen Boot zu einen der vorliegenden Inseln zu fahren. Dort soll es weiße Stände und Korallenriffe geben. Vom Hafen aus fahren ständig Boote hin und her und transportieren so hunderte Gäste täglich zu verschiedenen Inseln. Es erscheint uns ein wenig wie das Stadtfreibad, das eben nur durch ein Boot zu erreichen ist. An der Insel angekommen sind wir ziemlich verblüfft, da der Strand voll mit Menschen ist und asiatischen Touristen, die mit Schwimmwesten 3 Meter vom Strand entfernt „Schnorcheln“. Nach der Überwindung vom ersten Schock laufen wir den Strand so weit es geht entlang, bis wir dann doch eine freie, einsamere Stelle finden. Wir hüpfen ins badewannenwarme  Wasser und schnorcheln ein bisschen. Erst als wir wieder am Strand sind, sehen wir das Schild, dass an dieser Stelle eigentlich nicht gebadet werden darf. Ups…! Deshalb war hier nichts los 😀

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Etwas weiter draußen finden wir größere, lebende Korallen mit vielen bunten Fischen.

Die Schnorchelmöglichkeit auf der Insel ist sehr beschränkt und es sind unheimlich viele Boote unterwegs. Deshalb sehen wir den kleinen Schnorcheltrip als Sneak-Preview an, für das, was uns noch erwarten wird, weiter draußen, weiter von der Stadt entfernt.

Wir merken immer noch unsere Beine und ruhen uns weiterhin aus. Der Plan für die nächsten Tage steht aber schon! Wir reisen in den Nordosten der Insel Borneo nach Sandakan. Dort erwarten uns viele weitere Abenteuer, die wir euch in den nächsten Beiträgen erzählen wollen. 🙂

Bis dahin viele liebe Grüße aus unserem Honeymoon,

Johanna und Lukas

2 Kommentare

  1. Tolle Bergtour und im Anschluss findet Nemo! Durian muss man probiert haben und Rambutans, da läuft mir das Wasser im Mund zusammen….
    Viel Spaß weiterhin!
    Grüßle Nicole

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