Der Beginn einer langen Reise

Endlich! Nach dem Abschluss unseres jeweiligen Studiums sind nun alle „Pflichten“ von uns gefallen und wir können erschöpft in mehrere Monate „freie“ Zeit blicken, Zeit, die wir für UNS nutzen wollen, Zeit um zu erholen und die inneren Batterien wieder aufzuladen.

Wir bereiten uns nun schon seit mehreren Monaten auf unsere bis hierhin längste Reise vor. Der ursprüngliche Plan, unseren Camper nach Südamerika zu verschiffen, um dort bis Januar den Kontinent zu bereisen, müssen wir leider aufgrund der Corona Pandemie aufgeben. Lange haben wir uns überlegt, was wir alternativ machen können. Ist eine Reise im Jahr 2020 überhaupt möglich?

Wir sagen „JA“, und beschließen, die nächsten Monate bis Mitte November in den Süden bis nach Griechenland zu fahren. Wir wollen das Tempo rausnehmen, uns einfach mal Zeit nehmen… Die zwei Wintermonate Dezember und Januar wollen wir dann in Griechenland auf Peloponnes in einem Strandhaus verbringen, das wir bereits zuhause reserviert haben. Im Januar verschiffen wir unseren Camper dann von Griechenland zurück nach Venedig, um von dort aus nach Hause zu fahren. Ende Januar müssen wir dann spätestens wieder zuhause sein, da im Februar das Referendariat von Lukas beginnt.

Am 07. September ist es endlich soweit, unser Camper ist bis unters Dach gepackt, diesmal wollen wir sogar zwei Klappräder mitnehmen, um kleine Radtouren zu unternehmen. Außerdem haben wir neue, bessere Campingstühle dabei, Neoprenanzüge, Drohne und und und… Der ursprüngliche Plan war es, von Österreich über Slowenien nach Kroatien zu fahren, doch wie es der Zufall möchte, machen genau in dieser Woche Johannas Eltern Manni und Daggi, die „World-Explorer“ mit ihrem LKW-Camper „Wolke“ Urlaub in Sörenberg, in der Schweiz. Also beschließen wir spontan, ebenfalls in die Schweiz zu fahren, um die ersten Tage gemeinsam zu verbringen. Johanna kennt sich in Sörenberg bereits super aus, da sie mit ihrer Familie immer wieder die Ferienwohnung der Großeltern direkt am Lift besuchen konnten. So kommt es, dass wir bereits am ersten Morgen von den Schweizer Kuhglocken geweckt werden.

Das Wetter ist super, doch am nächsten Tag soll es sogar noch besser werden! Deshalb verschieben wir die große Wanderung auf den Brienzer Rothorn auf den zweiten Tag und entscheiden uns dafür, am ersten Tag unserer Klappräder auf die Rossweid hochzuschieben, um später runterradeln zu können.

An der Rossweid gibt es ein „Mooraculum“, ein Rundweg in einem Hochmoor. Dort kann man mit Riesenohren mal richtig in die Natur „reinhören“

Am nächsten Tag wollen wir es dann richtig wissen, und wandern knapp 1000 Höhenmeter hinauf auf das Brienzer Rothorn. Der Weg ist steil und nicht ganz leicht, aber oben am Kamm wird man mit einem tollen Blick auf den Brienzer-See und den 4000er rund um das Jungfraumassiv belohnt. Das Wetter ist topp!!

Na, erkennt ihr sie?? JA was haben wir für ein Glück?? Wir entdecken durch das Fernglas eine große Steinbock-Familie mit ca. 20 Tieren!!

Was für eine gelungene Wanderung! Nicht nur ein tolles Wetter, klasses Bergpanorama, nein, wir haben sogar Gämse und Steinböcke beobachten können.

Manni & Daggi müssen nun wieder zurück nach Hause fahren, da die Arbeit ruft… Für uns heißt es: Weiter Richtung Süden! Wir wollen noch heute bis nach Italien kommen. Uns trennen von Sörenberg und Italien drei Pässe und fast 5000 Höhenmeter, die unser 76 PS Camper überwinden muss!! Auf dem Weg liegt der Rhonegletscher, den wir noch besichtigen. Vor zwei Jahren habe ich den Gletscher bereits mit Raphael, einem Freund aus der Uni besucht (hier). Diesmal laufen wir bis an die Gletscherzunge, um in einem kleinen Eistunnel den mickrigen Rest an Eis zu besichtigen, der noch übrig ist.

Geschafft! Unser Bus hat die 5000 Höhenmeter gemeistert und wir schaffen es sogar bis an der Lago Maggiore.

Am Lago Maggiore finden wir einen schönen Stellplatz, um in Italien anzukommen. Da Johannas Bruder Florian mit Babsi und Kids ganz in der Nähe sind, nehmen wir per WhatsApp Kontakt auf. Schaffen wir es vielleicht auch sie zu treffen? Wir würden uns sehr freuen gerade die Kids wieder zu sehen! Nach ein/zwei Telefonaten machen wir es fix, wir treffen uns am Gardasee!

Also bleiben wir nur eine Nacht am Lago Maggiore und fahren direkt weiter in den Osten, Richtung Gardasee. Außerhalb von Mailand verbringen wir noch eine Nacht an einem Fluss, um dann am nächsten Tag die Familie im „Mulli“ zu treffen 🙂

Als Treffort und Campingplatz haben wir einen Bauernhof rausgesucht, an dem man kostenlos stehen darf. Über die Ziegen, Schweine und Hühner freuen sich jung und alt, nur die lästigen Fliegen nerven ein wenig 😉 Hier bleiben wir ganze 4 Nächte und genießen 3 tolle Tage mit Florian, Babsi und unseren Neffen Benedikt und Emil.

Danke für die tollen Tage!! Die Family nutzt gerade die Elternzeit, um den italienischen Stiefel runter zu fahren und die gemeinsame Zeit zu genießen. Wir wünschen euch noch eine tolle Reise!!

Nachdem wir uns verabschiedet haben, bleiben wir noch einen weiteren Tag auf dem Bauernhof, um einen Radtour zum Gardasee zu machen, der nur knapp 6 Kilometer entfernt ist. Am Gardasee genießen wir noch eine Pizza direkt am Ufer und freuen uns über den mehr als gelungenen Start in unseren „Urlaub“.

Wir möchten euch auf dieser Reise unter jedem Blog-Beitrag unsere Route und Stellplätze zeigen. Bei unserer Planung hat es total geholfen, die Routen und Stellplätze anderer Reisenden zu sehen und deshalb haben wir uns dazu entschieden, diesmal auch unsere Route zu „tracken“:

Sonnige Grüße aus Italien,

Johanna & Lukas

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