Auf engen Straßen bis nach Wales

Noch immer in Cambridge planen wir die weiteren Tage. Wir beschließen, noch etwas weiter in den Osten zu fahren. An der Ostküste in Lincolnshire ist gutes Wetter angesagt, sodass wir dort 2 Tage verbringen möchten. Erst danach möchten wir quer durchs Land bis nach Wales fahren, da es dort jetzt gerade noch sehr feucht uns kalt sein soll.

Also packen wir unsere Sachen, verzurren die Rädchen und möchten nach 2 Nächten den Motor starten…. leider ohne Erfolg….! Unsere Starterbatterie ist leer!

Nach kurzem „Nachdenken“ gibt es nur eine „Fehlerquelle“, da alle Lichter ausgeschaltet waren… wir haben das DC-DC Ladegerät nicht ausgeschaltet, dass munter mit unserer Starterbatterie die Bordbatterie weitergeladen hat. In unserer Schaltung, die dies verhindern sollte, muss wohl ein Fehler vorliegen – kommt also auf die „To-Do“ für Zuhause.

Glücklicherweise hat neben uns ein total netter Local in einer Transe übernachtet, der so freundlich war, eine unserer 2 auf Reihe geschalteten 12V Batterien zu überbrücken – und tadaa, der Motor läuft. Jetzt kann es weiter gehen…

Wir steuern einen kleinen Mini-Campingplatz bei Sandilands in der Nähe von Mablethorpe an. (Guter Tipp aus iOverlander: „The Shambles Motorhome Parking„). Das Navi steuert uns durch schöne Landschaften über viele Landstraßen, da es dort in der Region keine Autobahnen gibt. Was uns besonders auffällt: Es gibt quasi keine Kreuzungen sondern endlos viele Kreisverkehre, die auch nach paar Tagen Linksverkehrgewöhnung immer wieder eine Herausforderung sind…

Wir sind von dem Mini-Campingplatz total positiv überrascht. Vorne gibt es ca. 5 Stellplätze auf Schotter, doch wir dürfen auf Nachfrage hinten auf’s Gras in die parkähnliche Anlage, die liebevoll von den Besitzern gestaltet wurde. Hier bauen wir uns unser kleines Camp inclusive Mini-Vorzelt auf und wollen mindestens 2 Nächte bleiben.

Wir stehen ganz alleine im Eck mitten im Park. Nur wenige Meter weiter ist das Meer.

Am nächsten Tag schnappen wir uns die Rädchen und machen eine ausgedehnte Tour entlang der Küste auf der Strandpromenade bis nach Mablethorpe und sogar ein Stückchen weiter. Den kompletten Strandabschnitt entlang wurde eine hübsche Promenade erstellt, die man kilometerweit mit dem Rad abfahren kann. Es ist total ruhig, idyllisch und schön. Doch in Mablethorpe angekommen werden wir plötzlich überrascht. Hier machen die Engländer Urlaub! Von jetzt auf gleich eine Masse an Menschen, Familien, Geschäfte, Fish&Chips, einfach ein wildes Treiben. Wir radeln gleich ein paar Meter weiter und kaum ist die Ortsgrenze erreicht wird es schon wieder ruhiger. Das letzte bisschen laufen wir zu Fuß auf dem ausgedehnten Strand. Vielleicht finden wir ja Robben?!?

Eine „Gezeiten-Glocke“. Bei Flut wird sie durch die Wellen geläutet und warnt vor dem Wasser…
…wir haben Glück! Eine kleine Robbe wartet auf die Flut und verschwindet bald danach im kühlen Nass…

Die Radtour hat uns super gefallen, es ist schon verständlich, dass die Locals dort Urlaub machen. Besonders weil wir einen „Hochsommer-Tag“ erwischt haben. Weit über 20°C Temperaturen und viiiiel Sonnenschein. So können wir ohne Probleme die eBike Akkus am Abend mit der frisch gewonnenen Solarenergie aufladen.

Nach 2 Nächten verlassen wir das Camp und fahren auf einen Ruck quer durch’s Land bis an die gegenüberliegende Küste, nach Wales. Unterwegs machen wir einen Stop in Sheffield um Wäsche zu waschen. Wir haben bereits Halbzeit auf unserer kurzen Reise!!

Abends, aber noch in den letzten Sonnenstrahlen kommen wir im Snowdonia-Nationalpark in Wales an. Wir übernachten an einem Pub kostenlos via „Brit-Stops“, um am nächsten Vormittag in den Bergen zu wandern.

Wir gönnen uns ein ausgedehntes Luxus-Frühstück mit Rührei und leckeren frischen Lidl-Zimtschnecken (Die Lidl-Backwaren Auswahl in England ist phänomenal), um gestärkt auf Wanderung zu gehen. Wir starten in dem schönen kleinen Ort Beddgelert, um eine Rundtour zu einem See und auf einen Berg zu bewandern. Die Sonne strahlt am Himmel!!

Beddgelert, unser Start- und Zielort
Tolle Hochebenen rund um den Snowdon, dem höchsten Berg des Nationalparks.

Unterwegs treffen wir andere deutsche Urlauber, die bereits seit ein paar Tagen in der Gegend sind. Sie erzählen uns, dass die letzten Tage im Nationalpark grau und nass waren.

Glücklich über unsere Reise-Wetter-Planung fahren wir am Abend eine halbe Stunde weiter in den Süden zum nächsten Nachtplatz. Besonders hier in weit entlegenen Gebieten, können auch kurze Fahrten mit einem kleinen Laster wie unseren ganz schön nervenaufreibend sein. Die Straßen sind gruselig eng und Äste hängen über die komplette Straße in einer beängstigenden Tiefe. Einige Straßen können wir nur mit geduckten Köpfen durchfahren – auch wenn wir wissen, dass das Kopfeinziehen nichts bringt. Wo wir ganz unsicher werden, fahren wir in Schritttempo oder halten an. Doch: Bisher hat alles „gepasst“. Denn manchmal, wenn wir uns unsicher sind ob unser Fahrzeug für die Straße überhaupt zulässig ist, kommt uns ein riesiger Doppeldecker Bus entgegen und wir staunen…

Kopf einziehen – es wird eng!!
Unser Schlafplatz: Vis-à-vis mit dem Harlech Castle! Wieder ein für uns kostenloser Brit-Stop Stellplatz

Nachdem wir die Berge von Wales erkundet haben, möchten wir mehr von der Küste sehen. Wir fahren immer weiter entlang der Küste mit dem Ziel: Pembrokeshire Coast National Park. Für einen Tag ist der Strecke ein bisschen lang, deshalb machen wir kurz vor dem Ziel einen weiteren Stopp in Nevern, einem Mini-Dorf im ländlichen Raum. Hier dürfen wir an einem weiteren Brit-Stop hinter einem Hotel übernachten.

Das „Trewern Arms“, unser heutiger Platz für die Nacht
St Brynach’s Church in Nevern, eine weitere wunderschöne Kirche mit uralten Gräbern.

Da wir hinter dem Hotel bestes WLAN haben, nutzen wir die Gelegenheit, um diesen Blogbeitrag zu schreiben. Schon im Alkoven liegend vor dem Laptop schicken wir liebe Grüße aus dem Vario. 🙂

Johanna & Lukas

Ein Kommentar

  1. Hi Ihr Lieben,
    toller Reisebericht! Macht Laune selbst mit „Rudi“ mal auf die Insel überzusetzen. Wir sind heute Abend nach knapp 3 Wochen durch die Alpen wieder daheim angekommen. Euch noch schöne Urlaubstage, und dass weiterhin der Vario brummt. Liebe Grüße 😀

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